Sind Linkshänder beim Tennis unberechenbarer als Rechtshänder?


Tennis Wetten Strategien

Was die Sportart Tennis so hochgradig interessant macht – sowohl zum Anschauen und Mitfiebern als auch für professionelle Spieler von Sportwetten –, ist die Tatsache, dass hier mehr Faktoren hineinspielen als bloß die grundlegende Stärke der sich gegenüberstehenden Spielerinnen, bzw. Spieler. So kommt es ganz massiv darauf an, ob auf Hartplatz, Sand, Rasen oder Teppich gespielt wird, ob das Turnier Indoor oder Outdoor ist, zu welchen Tageszeiten gespielt wird, wie das Klima ist, ob der Gegner einen guten ersten Aufschlag oder einen weitestgehend harmlosen zweiten Aufschlag in seinem Repertoire hat, wie groß und / oder beweglich die jeweilige Spielerin ist, oder auch mit welcher Hand gespielt wird.

Letzteres soll dabei das Thema unseres heutigen Ratgeber Artikels sein, genauer gesagt die Frage, ob Linkshänder beim Tennis grundsätzlich unberechenbarer als Rechtshänder sind. Die gängigste Variante beim Tennis ist dabei, dass ein Spieler oder eine Spielerin aus ATP und WTA eine rechtshändige Vorhand spielt, während die Rückhand in der Regel beidhändig geführt wird. So wie es aber Schätzungen zu Folge weltweit 10-15% Linkshänder gibt, gibt es logischerweise auch unter den professionellen Tennis Spielerinnen und Spielern eine Reihe von Linkshändern – und zwar durchaus sehr namhafte. Denken Sie nur an die ehemalige Weltranglistenerste Angelique Kerber, Martina Navratilova oder auch Monica Seles bei den Damen, während bei den Herren der Schöpfung sofort Namen wie John McEnroe oder auch Jimmy Connors auf den Tisch kommen. Und selbstverständlich muss hier auch der aktuelle Weltranglistenerste Rafael Nadal benannt werden, der allerdings ein Sonderfall ist, macht er doch grundsätzlich alles mit rechts – außer eben das Tennis spielen, was er nicht nur sprichwörtlich „mit links“ erledigt, sondern auch real.

Gehen wir deshalb im vorliegenden Beitrag gemeinsam der Frage auf den Grund, ob Linkshänder beim Tennis wirklich unberechenbarer sind als Rechtshänder – und wenn ja, wie sich diese Erkenntnis auf Ihr Wettverhalten auswirken sollte.

Tennis spielen gegen Linkshänder – was ändert sich?

Geht der Ball von rechts nach links und wird von einem Rechtshänder nach außen serviert, so wird damit die (rechte) Vorhand des gegenüberstehenden Rechtshänders attackiert. Ein Wechsel von Vorhand auf Rückhand hat in einem Spiel mit zwei Athleten, die die gleiche Hand nutzen, immer auch zur Folge, dass die andere Seite diesen Wechsel ebenfalls mitgehen muss. Wirklich nachdenken muss ein Rechtshänder im Spiel gegen einen anderen Rechtshänder also nur, wenn es darum geht, ob der Kontrahent die Vor- oder die Rückhand bevorzugt.

Im Spiel gegen einen Linkshänder ist es jedoch komplett anders. Seine Vorhand ist die eigene Rückhand – und umgekehrt. Es hat etwas vom in den Spiegel schauen, obschon dieses Umdenken konstant durchgeführt werden muss, was wiederum eine zusätzliche Konzentrationsleistung ist, die in einem ohnehin schon schnellen und komplexen Spiel erbracht werden muss. Aufgrund dieser Tatsache empfinden es gerade ungeübte Spielerinnen und Spieler als sehr anstrengend, gegen einen Linkshänder antreten zu müssen. Hinzu kommt nämlich, dass es dem Linkshänder wesentlich leichter fällt als dem Rechtshänder, den Ball nach außen hin auf die Rückhand des Gegners beim Aufschlag zu servieren, was gerade auf schnellen Belägen zu sehr kurzen Ballwechseln führen kann. Denn eine Rechtshand mit der Stärke auf der Vorhand, wird das Ass zwar möglicherweise abwenden können, mit der Rückhand wird nun allerdings dem Linkshänder ermöglicht, mit der Vorhand nachzusetzen, wobei hier gerade jene Spielerinnen und Spieler kaum noch Abwehrchancen haben, die nicht regelmäßig mit Linkshändern trainieren.

Nicht umsonst tritt beispielsweise ein klassischer Linkshänder wie der Luxemburger Gilles Müller fast ausnahmslos nur während der Rasensaison in Erscheinung, wo er sich in 2017 nicht nur einen Turniersieg in ’s-Hertogenbosch holte, sondern auch in Wimbledon bis ins Viertelfinale vorstoßen konnte – und auf dem Weg dorthin niemand anderen als Tennisguru Rafael Nadal aus dem Wettbewerb kegeln konnte. Seine Körpergröße in Verbindung mit dem harten Aufschlagspiel, den weit nach außen geschlagenen Bällen sowie dem Rasenbelag, der das Absprungverhalten des Balles noch so weit verändert, dass das Spiel sich zusätzlich beschleunigt, ist dermaßen ungewohnt, dass selbst ein routinierter Spieler wie Rafael Nadal, der sogar selbst mit links spielt, davon überrumpelt werden kann. Das Gleiche gilt übrigens für Mischa Zverev, der als Linkshänder zudem noch das traditionelle „Serve & Volley“ spielt. Der ältere Bruder von Alexander Zverev mag zwar hier und da spielerische Defizite haben, mit seiner unkonventionellen Spielweise schlug er aber beispielsweise bei den Australian Open 2017 im Achtelfinale den Weltranglistenersten Andy Murray und fertigte bei den US Open 2017 unter anderem einen überforderten Lokalmatador John Isner glatt mit 3:0 ab.

Die menschliche Wahrnehmung als Nachteil gegen Linkshänder?

Eingangs haben wir bereits herausgestellt, dass ca. 10-15% der Weltbevölkerung Linkshänder sind. Die Vermutung müsste also nahe liegen, dass auch in den Top 100 der ATP und WTA jeweils zehn bis maximal 15 Spielerinnen und Spieler mit links spielen. In der Realität verhält es sich jedoch weitaus drastischer, ist der Anteil von Linkshändern doch in einer Sportart wie Tennis überproportional groß. Die Zeitung „Die Welt“ hat in diesem Zusammenhang im Jahr 2013 mit einem Sportwissenschaftler der Universität Kassel gesprochen (klicken Sie hier, um zum Interview zu gelangen), der herausgefunden hat, dass in Spielen mit einem direkten Gegner fast doppelt so viele Spieler an der Spitze der Welt Linkshänder sind. Was auf Tennis zutrifft, gilt hier also auch für Sportarten wie Fechten oder Tischtennis.

Als Erklärung sieht Prof. Norbert Hagemann hierfür die menschliche Wahrnehmung. Im Rahmen einer Studie wurden Menschen Videos von Tennis Spielen gezeigt. In dem Moment, in dem der Spieler den Ball schlägt, wurde das Band pausiert, und die Testpersonen mussten raten, wohin der Ball geht – mit einem erstaunlichen Ergebnis. Denn tatsächlich fiel es den Menschen, die die Videos bewerten sollten, bei einem Linkshänder weitaus schwieriger, richtige Vermutungen anzustellen, wohin der Ball geht, als bei einem Rechtshänder. Brisant an der Sache: Auch Menschen, die selbst Linkshänder sind, tun sich leichter, den Rechtshänder richtig einzuschätzen.

Über diese Studie lässt sich dementsprechend sehr gut erklären, wieso es vielen Spitzensportlern im Tennis sehr schwer fällt, die Spielweise eines Linkshänders korrekt zu adaptieren. Bereits an dieser Stelle können wir also als klares Zwischenfazit ziehen: Ja, Linkshänder beim Tennis sind tatsächlich und durch eine Studie erwiesen unberechenbarer als Rechtshänder.

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Welche Auswirkungen hat das auf Ihr Wettverhalten

Bleiben wir noch einmal kurz bei dem zitierten Interview mit Prof. Norbert Hagemann, so ist hierin auch das abschließende Statement enthalten, dass Spieler, die oft mit Linkshändern trainieren, den Nachteil in der Wahrnehmung mit der Zeit zu kompensieren lernen. Obschon es also für einen Linkshänder verhältnismäßig leichter ist, an die Spitze zu kommen (daher sind auch überproportional viele Linkshänder in den Top 100 der Weltranglisten, verglichen mit dem Anteil an Linkshändern weltweit), so kann dieser vermeintliche Vorteil durch die Erfahrung des Gegners ausgeglichen werden.

Obwohl also ein Gilles Müller jeden Sommer, wenn für ca. vier bis sechs Wochen auf Rasen gespielt wird, praktisch jedes Jahr mindestens einmal für eine große Überraschung irgendwo sorgt, sieht und hört man vom Luxemburger das restliche Jahr nahezu nichts mehr – und das, obwohl er ja nicht nur extra für den Rasen auf die linke Hand wechselt. Hier handelt es sich also folgerichtig eher um einen Synergievorteil, da hier nun einmal in einer gewissen Kombination alles für ihn zusammenkommt: Der Belag, seine Körpergröße, sein gutes Service-Spiel und seine Schlaghand.

Für Ihr Wettverhalten ist es also primär nach wie vor wichtig, so viele Faktoren wie möglich zu berücksichtigen – und das sind selbstverständlich auch Head-to-Head-Statistiken, die im Zweifelsfall noch zusätzlich aufzeigen können, ob ein Spieler oder eine Spielerin eben besonders gut oder schlecht gegen Linkshänder abschneidet.

Nachdem Rafael Nadal lange Zeit als das Maß der Dinge im Tennis angesehen wurde, haben sich seine Bilanzen gegen die anschließenden Topspieler nach und nach gewandelt. Gegen Novak Djokovic führte er beispielsweise nach den ersten 18 Duellen mit 14 Siegen gegenüber lediglich vier gewonnenen Spielen des Serben. Mit Abschluss der Saison 2017 hat sich der Djoker in dieser Statistik vom Spanier abgesetzt und führt mit 26 Siegen gegenüber den 24 gewonnenen Spielen von Rafael Nadal den direkten Vergleich inzwischen an. Ein klares Indiz dafür, dass der serbische Ausnahmespieler mit der Zeit immer mehr Erfahrung im Duell mit Linkshändern gewonnen hat, obschon auch ihm die unorthodoxe Spielweise hier und da zu schaffen macht, was beispielsweise seine Niederlage gegen Jiri Vesely bei den Monte Carlo Masters 2016 beweist. Zu diesem Zeitpunkt hatte er fünf Monate lang in der ATP World Tour kein einziges Spiel verloren und sich einen Titel nach dem nächsten geholt. Lediglich in Dubai musste er wegen Verletzungsproblemen nach Beendigung des ersten Satzes das Handtuch werfen. Sein Gegner, gegen den er mit 3:6 den ersten Satz verlor, war in Form von Feliciano Lopez übrigens ebenfalls Linkshänder.

Und apropos Feliciano Lopez: Der Spanier sicherte sich in diesem Jahr bei dem ATP Queen’s Club 2017 im Vereinigten Königreich kurz vor Wimbledon seinen einzigen Einzeltitel des Jahres. Im Endspiel bezwang er dabei Marin Cilic mit 2:1, der anschließend in Wimbledon auf Rasen – einem seiner Lieblingsbeläge – bis ins große Endspiel vorstoßen konnte. Sein Sieg gegen den klar favorisierten Cilic war damals zu einer Quote von 3,45 ausgeschrieben gewesen.

Und genau dies sind die Rückschlüsse, die Sie für Ihre Tennis Wetten ziehen sollten: Wann immer ein Spieler, der es nicht gewohnt ist, auf einen Linkshänder trifft, sind solche Überraschungen absolut im Bereich des Möglichen. Schließlich hatte im Vorfeld des Jahres 2016 auch niemand damit ernsthaft rechnen können, dass sich Linkshänderin Angelique Kerber zwei Grand Slam Titel, die Vizeweltmeisterschaft sowie die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen holt. Die Deutsche mag zwar nach desaströser Saison 2017 ein schlechtes Beispiel sein, sobald sie jedoch zu ihrer Form zurückfindet, dürfte sie gerade gegen die neue Garde im Damen Tennis mit Emporkömmlingen wie Jelena Ostapenko, Kristina Mladenovic oder auch Caroline Garcia wieder einen ordentlichen Vorteil auf den Platz bringen können.

Klar wird dadurch aber natürlich auch, dass Sie nicht alleine auf die Haupthand schauen dürfen, sondern Faktoren wie die aktuelle Form, der direkte Vergleich, der Belag und andere statische Werte wie der Prozentsatz des ersten Aufschlags oder die Nervenstärke und allgemeine Physis stets ebenso Berücksichtigung finden sollten wie die Tatsache, ob hier ein Rechtshänder gegen einen Linkshänder spielt. Ein paar Prozentpunkte verschieben dürfte sich gerade bei ungeübten Spielerinnen und Spielern mit weniger als 300 absolvierten Profispielen bei ATP, bzw. WTA, Ihre Prognose aber dennoch, wenn solche Duelle vorliegen.

Im Anschluss ist jedoch davon auszugehen, dass sich dieser anfängliche Vorteil nach und nach ausgleicht. So hat nicht nur Novak Djokovic seine Bilanz gegen Rafael Nadal nachhaltig ins Positive umkehren können, sondern beispielsweise auch ein Roger Federer. Für den bärenstarken Schweizer war der Stier von Manacor einst so eine Art Angstgegner. Und tatsächlich führt Rafael Nadal noch heute mit 23 Siegen vor dem Schweizer mit 15 gewonnenen Spielen. Dennoch hat „King Roger“ die letzten fünf Duelle mit dem Mallorquiner allesamt für sich entschieden – darunter auch alle vier Vergleiche im Jahr 2017.

Fazit

Ja, Linkshänder sind beim Tennis unberechenbarer als Rechtshänder. Aber: Mit zunehmender Erfahrung lernen die Topstars von ATP und WTA, mit dem unorthodoxen Spiel eines Linkshänders klarzukommen, weshalb die Unberechenbarkeit nur anfangs ein Vorteil ist.

Nichtsdestotrotz ist der Blick auf die Haupthand eines Spielers / einer Spielerin alles andere als irrelevant, wenn Sie Ihre Tennis Wetten planen. In eine ganzheitliche Analyse gehört diese Betrachtung deswegen definitiv mit dazu. Und schließlich sind bei bestimmten Kombinationen immer wieder hohe Gewinne möglich, wenn mehrere Faktoren zusammen kommen, wie beispielsweise beim Linkshänder Gilles Müller auf Rasen, oder bei dem Duell eines Linkshänders mit einem jungen Spieler. So hatte nämlich auch der bärenstarke Deutsche Alexander Zverev, der in 2017 bis auf Platz drei der ATP Weltrangliste klettern konnte, immer mal wieder Probleme damit, gegen Linkshänder zu bestehen.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf sollte es Ihnen folgerichtig leichter fallen, zukünftig noch bessere Einschätzungen im Vorfeld solcher Partien vornehmen zu können. Wir drücken Ihnen die Daumen für Ihre Tennis Wetten!




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