Bringt die Titelverteidigung eines Turniers zusätzliche Motivation oder Druck?


Tennis Wetten Strategien

Sie kennen das sicher – nicht nur aus unseren Tennis Wetten, Prognosen und Wett Tipps, sondern aus der allgemeinen Berichterstattung im Sport: Der Titelverteidiger, bzw. die Vorjahressiegerin nimmt immer eine besonders zentrale Rolle ein. Scheidet der Spieler, der in der Vorsaison noch den Siegerpokal eingefahren hat, überraschend früh aus, so ist das nicht selten eine große Überraschung und damit auch eine Schlagzeile wert.

Umgekehrt weiß man von Profis, die ein Turnier schon einmal gewinnen konnten, aber auch, dass ihnen das Turnier grundsätzlich liegen muss. So gibt es gerade im Tennis eine Reihe von Wettbewerben, die unweigerlich mit dem Namen bestimmter Spieler verknüpft sind. Denken Sie dabei zum Beispiel an die French Open, die eng mit dem Namen Rafael Nadal zusammenhängen, während sich beispielsweise ein Roger Federer in seiner Karriere zu „Mister Wimbledon“ gemausert hat. Ein ebenfalls sehr interessantes Beispiel ist der Brite Andy Murray, dem es erstmals in der Geschichte des Tennis gelungen ist, eine Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen erfolgreich zu verteidigen. Und selbstverständlich gibt es auch bei den Spielerinnen der WTA Damen, die immer wieder bei bestimmten Turnieren erst auf dem Radar auftauchen und dann über sich hinauswachsen, während man das restliche Jahr kaum etwas von ihnen hört oder liest. So hat Venus Williams fünf ihrer sieben Grand Slam Siege in Wimbledon geholt und sich vier weitere Male – zuletzt 2017 – dort ins Endspiel des altehrwürdigen Londoner All England Lawn Tennis and Croquet Clubs gespielt, während sich bei ihrer Schwester Serena die Erfolge weitaus gleichmäßiger verteilen.

Manchmal kann es aber auch einen negativen Effekt auf die Athleten haben, wenn mit dem Sieg aus dem Vorjahr eine gestiegene Erwartungshaltung einhergeht, die die Beine schwer werden lässt. So gibt es auch Extrembeispiele wie den Auftritt von Angelique Kerber bei den US Open 2017, wo der Druck auf die kriselnde Titelverteidigerin so groß war, dass sie sang- und klanglos in der ersten Runde gegen eine krasse Außenseiterin mit 0:2 ausschied.

In diesem Beitrag behandeln wir dementsprechend nun die Frage, ob die Titelverteidigung eines Turniers zusätzliche Motivation oder Druck bringt, und gehen dementsprechend der Frage nach, ob und wie Sie dieses Wissen für Ihre Tennis Wetten zu Ihrem Vorteil nutzen können.

Wie die ATP und WTA Weltrangliste funktioniert

Bevor wir tiefer in die psychologische Ebene einer Titelverteidigung eintauchen, ist es noch wichtig, kurz ganz allgemeine Aspekte des Tennis anzusprechen, genauer gesagt die Beschaffenheit der ATP und WTA Weltrangliste. Hier werden nämlich alle Punkte berücksichtigt, die der Spieler oder die Spielerinnen binnen der vergangenen 52 Wochen eingefahren hat. Das bedeutet also auch, dass ein Titelverteidiger in dem Turnier, das bis auf ganz wenige Ausnahmen in exakt der gleichen Kalenderwoche wie im Vorjahr stattfindet, am Ende die Punkte für seinen Sieg aus dem Vorjahr verliert, die durch die Punkte seines diesjährigen Abschneidens ersetzt werden.

Im Fall eines Grand Slam Turniers ist dabei von sage und schreibe 2.000 Punkten die Rede, wodurch beispielsweise die Titelverteidigerin bei einem der vier wichtigsten Turniere des Jahres bei einem frühen Ausscheiden oftmals drastisch im Ranking abfällt. Insofern ist bei einer erfolgreichen Titelverteidigung umgekehrt auch kein Sprung nach oben im Ranking möglich (es sei denn die Spieler darüber schneiden nun ihrerseits schwächer ab als im Vorjahr und verlieren damit mehr Punkte als der schlechter platzierte Spieler), sondern rein auf die Punktzahl bezogen nur ein Aufrechterhalten vom Status Quo.

Hinzu kommt noch der Fakt, dass das Ranking einen ganz massiven Einfluss darauf hat, wie einfach oder schwer die Wege des Athleten / der Athletin durch die zukünftigen Turniere werden wird, werden die Tennis Profis doch anhand des aktuellen Standings in der ATP und WTA Weltrangliste in der jeweiligen Setzliste des Turniers platziert. Umso dringender gilt es für alle Spieler also zu verhindern, durch ein massiv schlechteres Abschneiden im Vergleich zum Vorjahr im Ranking zu fallen, was – so viel lässt sich zumindest schon für die Grand Slam Turniere sowie die ATP World Tour Masters 1000er Turniere, bzw. bei den Frauen die WTA Premier 5 Events festhalten – grundsätzlich erst einmal zu viel Druck führt. Dieser kann sich noch verstärken, wenn beispielsweise ein Sandplatzexperte wie Rafael Nadal oder Dominic Thiem schlechter als sonst in die Sandsaison gestartet ist und weiß, dass er nur noch eine bestimmte Anzahl an Turnieren vor sich hat, in der er nun besonders unter Zugzwang steht, um den Fall im Ranking zu verhindern.

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Warum es dennoch so viele Titelverteidigungen gibt

Tatsächlich wäre aus dem eben Geschriebenen der Rückschluss möglich, dass Titelverteidigungen ein eher rares Event im Tennis sind, da es ganz natürlich ist, dass man psychologisch betrachtet einem so großen Druck nicht immer Stand halten kann. Statistisch betrachtet ist es aber sehr selten, dass eine Spielerin oder ein Spieler im Folgejahr wesentlich schlechter in einem bestimmten Turnier abschneidet als im Jahr zuvor, sofern nicht externe Faktoren wie Verletzungspech oder Formkrisen eine Rolle spielen.

Diese erstaunliche Beobachtung, die sich dahingehend ausweitet, dass es tatsächlich viele erfolgreiche Titelverteidigungen sowohl in der ATP als auch in der WTA gibt, lässt sich auf vielerlei Arten erklären. Dazu blicken wir nun auf die folgenden drei Faktoren:

  • 1. Der Austragungsort
  • 2. Der Belag
  • 3. Das Klima

1. Der Austragungsort

Nicht jeder Tennis Profi und nicht jede Spielerin hat das Glück, dass in dem Geburtsort oder zumindest im eigenen Herkunftsland ein Turnier ausgetragen wird. Dennoch gibt es bei manchen Athleten ein paar enge Verknüpfungen, die in Hinblick auf die Leistung im Turnier eine gewisse Eigendynamik entfaltet. So hat beispielsweise alleine in der Saison 2017 Grigor Dimitrov die relativ junge ATP Sofia in seinem Heimatland gewonnen, während bei der ATP Memphis ein Amerikaner siegte (Ryan Harrison), bei der ATP Marseille ein Franzose (Jo-Wilfried Tsonga), bei der ATP Delray Beach ebenfalls ein Amerikaner (Jack Sock) wie bei der ATP Houston (Steve Johnson) und der ATP Newport und ATP Atlanta (jeweils John Isner), in Barcelona und Madrid ein Spanier (jeweils Rafael Nadal), in München ein Deutscher (Alexander Zverev), in Genf ein Schweizer (Stan Wawrinka) etc. Überdies hat mit Philipp Kohlschreiber bei der ATP Kitzbühel ein Spieler das Turnier in seiner Wahlheimat gewonnen, während es auch bei den Damen etliche Beispiele zu finden gilt, wenn unter anderem die Britin Johanna Konta zum Jahresbeginn die ATP Sydney in eben jener Stadt gewann, in der sie geboren wurde.

Nun gibt es dafür natürlich einen sehr naheliegenden Grund, dass Lokalmatadoren oft in Turnieren als Sieger vom Platz gehen: Sie haben eine besondere Verbindung zum Publikum, kennen vielleicht den Platz aus dem Effeff und sind mit etwaigen alten Jugendfreunden oder Verwandten unter den Zuschauern zusätzlich motiviert. Und natürlich treten bei einem Turnier in Deutschland auch weitaus mehr deutsche Spieler an als beispielsweise im asiatischen Raum. Nichtsdestotrotz sind einige der eben aufgezählten Namen in den Turnieren, die sie in ihrer Heimat, bzw. Wahlheimat gewonnen haben, alles andere als die Topfavoriten gewesen.

Für Ihre Tennis Wetten sollten Sie deshalb an dieser Stelle mitnehmen, dass es sich mitunter lohnen kann, auf beispielsweise einen Philipp Kohlschreiber zu tippen, der in fast jedem seiner Spiele zwar Außenseiter war, bei der ATP Kitzbühel aber nicht nur in der Vergangenheit schon einen Titel geholt hatte, sondern hier wegen seines Wohnsitzes zusätzlich über sich hinausgewachsen ist.

2. Der Belag

Zwar gibt es – das beste Beispiel ist sicherlich der in 2017 bärenstarke Deutsche Alexander Zverev – ein paar erstaunliche Spieler, die als Allrounder gelten und es auf allen Belägen können, allerdings sind dies eher die goldenen Ausnahmen. So ist es nun einmal so, dass sich ein Roger Federer, der als bester Rasenspieler der Gegenwart gilt, sich mit der Beschaffenheit des Sandplatzes extrem schwer tut, während Sandplatzexperte Rafael Nadal auf Hartplatz viel häufiger mal gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner patzt, als es ihm auf seinem Lieblingsbelag Sand passieren würde.

Weil der Belag bei den Turnieren nur sehr selten wechselt ist die Chance eines auf Rasen besonders versierten Spielers, sich an gleicher Stelle seines Vorjahreserfolgs erneut bis ins Finale vorzukämpfen, als besonders hoch zu bewerten. Sofern denn seine Statistik auch den subjektiven Eindruck mit Zahlen belegbar macht. Somit sollten für die Frage nach einer potenziellen Titelverteidigung auch immer die Jahres- und Karrierebilanzen der Spieler auf die unterschiedlichen Beläge aufgeteilt betrachtet werden.

3. Das Klima

Last, but not least, sind auch klimatische Bedingungen nicht unerheblich. Während Wimbledon traditionell im Juli stattfindet, wo es erfahrungsgemäß auch im ansonsten kalten und regnerischen Vereinigten Königreich Temperaturen von über 30° Celsius haben kann, da ist es im Januar, wenn in Melbourne die Australian Open stattfinden, nicht minder kalt. Tropische Temperaturen können mitunter im südamerikanischen oder auch arabischen Raum erreicht werden.

Haben Sie also Grund zur Annahme, dass ein beispielsweise im eisigen Russland geborener Athlet bei Hitze nur selten die vollen 100% seines Könnens abrufen kann, während es im Vorjahr möglicherweise bei ungewöhnlich mildem Klima einen Turniersieg für ihn gab, so könnte hier die Titelverteidigung auch mit Blick auf das Thermometer ggf. an Wahrscheinlichkeit verlieren. Umgekehrt gibt es gerade auch im regnerischen London im Rahmen von Wimbledon fast jedes Jahr einen Tag, der buchstäblich ins Wasser fällt und mit dem sich bestimmte andere Spielertypen ebenfalls unerwartet früh verabschieden, die an das berühmt-berüchtigte englische Wetter eben nicht gewöhnt sind.

Die Psychologie hinter einer Titelverteidigung

Zum guten Schluss sei noch erwähnt, dass alle Spieler der ATP und WTA absolute Topprofis sind und in der Regel Sportpsychologen ihres Vertrauens zu ihrem erweiterten Team zählen, mit denen sie sich mental auf wichtige Spiele und Turniere vorbereiten. Obwohl es also hin und wieder tatsächlich mal Momente gibt, in denen einem Star die Nerven einen Streich spielen, handelt es sich hierbei doch überwiegend um rare Momente.

Die meisten Spieler profitieren dementsprechend von der Motivation, die mit einer Titelverteidigung einhergeht. Sie wissen schließlich, dass sie an die Stelle eines großen Erfolgs zurückkehren. Richtig kanalisiert beflügelt das leichte Lampenfieber also mehr als es lähmt. Mit Druck umgehen zu lernen, gehört schließlich gerade in diesem auf „Eins gegen eins“-Situationen ausgelegten Sport zur Grundausbildung der Profis.

Fazit

In diesem Artikel haben wir für Sie die Aspekte, die mit einer Titelverteidigung bei einem Tennis Turnier einhergehen, umfassend durchleuchtet. Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Spieler, dem grundsätzlich der Belag liegt und dessen Vorjahreserfolg keine Indizien aufweist, auf eine überraschende Art und Weise zu Stande gekommen zu sein (beispielsweise, weil sein Finalgegner verletzt war), rein psychologisch betrachtet alle Voraussetzungen mitbringt, auch dieses Jahr ein erfolgreiches Turnier hier zu bestreiten.

Sollten Sie darüber hinaus bei Ihrer Analyse Analogien zum Austragungsort (beispielsweise Geburtsort oder Turnier im Heimatland des Athleten) entdecken oder könnte dem Spieler bei frühem Ausscheiden ein Fall im Ranking drohen, so ergeben sich aus diesen Beobachtungen oftmals Situationen, in denen Sie mit hohem Einsatz auf den vermeintlichen Underdog horrende Gewinne einfahren können, da ziemlich sicher davon auszugehen ist, dass er oder sie hier sein / ihr allerbestes Tennis auf den Platz bringen wird.




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